Die Hemmschwelle überwinden

Interview mit "Fränkischer Tag"


Wer verschuldet ist, kommt ohne Hilfe oft nicht mehr aus der Situation heraus. In diesem Fall ist die kostenfreie Schuldnerberatung eine wertvolle Anlaufstelle. In einem Interview mit Fränkischer Tag wurde die Leiterin der Caritas Schuldnerberatung, Verena Zepter, zu dem Thema Verschuldung in Corona Zeiten befragt. Aber lesen Sie doch selbst:

Hat Corona Einfluss auf die Zahl der verschuldeten Menschen genommen? Falls ja, was sind die Gründe?

Im März 2020 - im ersten Lockdown - sind sehr schnell viele Menschen in die Kurzarbeit gekommen - oder haben ihren Minijob verloren. Das Haushaltseinkommen ist von einem Monat auf den anderen gesunken. Bestehende Verbindlichkeiten konnten spätestens nach zwei, drei Monaten nicht mehr bedient werden. Selbstständige haben im ersten Lockdown und bis heute damit zu kämpfen, dass Rücklagen aufgebraucht sind, die Corona-Soforthilfen entweder verspätet ausgezahlt wurden - oder bereits verbraucht sind. Gewerbe werden abgemeldet, Insolvenzen angemeldet.

Ab wann gilt man als verschuldet?

Wir unterscheiden wischen Verschuldung und Überschuldung.
Bei der Verschuldung, zum Beispiel für einen Hauskauf, eine Autofinanzierung, die Möbel der ersten Wohnung - oder auch den Ratenkauf für das neue Handy - kann man die Raten für das Darlehen aus dem Einkommen bezahlen und hat noch Geld für Miete, Strom, Lebensmittel etc. übrig.
Von Überschuldung ist dann die Rede, wenn aus dem Einkommen die Raten nicht mehr bezahlt werden können - zum Beispiel, weil wegen Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit oder Krankheit das Einkommen oder die staatlichen Transferleistungen zwar für den Lebensunterhalt ausreichen - aber nicht für die Kreditraten bzw. die Abzahlung.


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